ALTSTADT BIELEFELD

Freiraumplanerischer Ideenwettbewerb 'altstadt.raum'

Ausgangslage - Potentiale für Alle der Sparrenburg

Der als „altstadt.raum“ bezeichnete nördliche Teil der Bielefelder Innenstadt ist das Herz der Stadt und bietet vielfältige Nutzungs-, Begegnungs- und Erlebnismöglichkeiten. Trotz der heterogenen Wirkung und der aufgeworfenen Problemlagen scheinen der freiräumliche Zustand und die Erreichbarkeit des altstadt.raums besser als in manch vergleichbarer Stadt gleicher Größe. Auffällig erscheinen jedoch die häufigen, harten Trennungslinien als Auswirkung von Flächenkonkurrenz: Kommerzielle Außengastronomie belegt weite Teile der zugänglichen Freibereiche oder grenzt Räume baulich ab, dem fließenden und ruhenden Verkehr wird in den Altstadtstraßen viel Platz eingeräumt, Angebote für Kinder und Jugendliche oder unkommerziellen Aufenthalt sind rar. Auch Wegebeziehungen wie zur bedeutsamen Sparrenburg sind oft undeutlich oder baulich verstellt. Der Bearbeitungsfokus zielt demnach auf Beruhigung, Gliederung und Diversifizierung des öffentlichen Raumes. Dabei kann auf eine Vielfalt von Bestandsqualitäten und Potenzialen zurückgegriffen werden.

 

Lage: Bielefeld 

Auftraggeber:  Stadt Bielefeld

Landschaftsarchitektur: StadtLabor

Status: Würdigung

Mitarbeit: Serafima Kreusch, Anik Thiel

SÜSTERPLATZ

Gesamtkonzept - Räume verbinden & Gemeinschaft stärken

Das Konzept verfolgt die Auflösung störender Segregationslinien in jeglicher Hinsicht. Aus dem Nebeneinander der Akteure wie Gewerbetreibende, Bewohner:innen oder Besucher:innen mit unterschiedlichen Bedarfen und dem offensichtlich flächenmäßigen 'Abgrenzungsbedürfnis' zwischen verschiedenen Flächeneigentümern bzw. -nutzungen wird an einem Miteinander in den öffentlichen Flächen gearbeitet. Verkehrsräume werden zugunsten der Vielfalt an Mobilitätsbedarfen unter Berücksichtigung der schwächsten Verkehrsteilnehmer neugeordnet und die räumliche Dominanz des PKW reduziert. Gleichzeitig bliebt die Erreichbarkeit per Auto gewährleistet. Ökologische Themen finden durch Baumsetzungen auf ehemaligen Straßenparkplätzen neue Räume wie in der Konzeption der großen, dezentralen Plätze.

Ökologische Themen finden durch Baumsetzungen auf ehemaligen Straßenparkplätzen neue Räume wie in der Konzeption der großen, dezentralen Plätze. Mobilität, Ökologie und Aufenthaltsqualitäten finden hier zusammen; es entstehen Orte, die touristisch gastronomische Angebote ebenso abbilden wie unkommerzielle Begegnungsräume für alle Bielefelder*innen. Mit zusätzlichen Spielplätzen oder baumverschatteten Sitzgelegenheiten stehen auf Plätzen, Straßen und Grünflächen generationenübergreifende Angebote zur Verfügung. In der wohngeprägten äußeren Altstadt werden Ecken und Nischen im Straßenraum zu Nachbarschaftsorten mit Baum und Bank. Stadträumliche Zusammenhänge werden durch klarere Wegebeziehungen herausgearbeitet und die Altstadt mit ihrem Umfeld verknüpft. Ein grüner Loop bindet die Sparrenburg an und holt mehr klimatisch wirksames Grün in den vielfältig weiterentwickelten altstadt.raum.

KLOSTERPLATZ

BUNNEMANNPLATZ

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