GÜTERBAHNHOF KÖPENICK
Werkstattverfahren

Lage: Berlin/ Stadtteil Köpenick 

Auftraggeber:  Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Abteilung Städtebau und Projekte

Landschaftsarchitektur: gruppe f

Status: Anerkennung

Mitarbeit: Rosalie Kleyling, Katharina Haker, Hannah Krause

Entwurfsleitende Idee

Auf zuvor unzugänglichem Terrain entsteht nach Rückbau der Bahnflächen Raum für eine neue Köpenicker Quartiersentwicklung. Das Konzept reagiert auf den hohen Bedarf an qualitativem Wohnraum im Kontext von ökologischen und sozialen Dringlichkeiten mit seiner Struktur von vertikaler Dichte, welche auf locker bebauter Fußgängerebene vielfältigen Freiraum für nachbarschaftliche Begegnung und klimagerechte Stadtentwicklung lässt. Lineare Freiraumelemente bilden einerseits das Rückgrat innerhalb des neuen Quartiers und schaffen darüber hinaus eine nachbarschaftliche Verknüpfung über die Bahn und Anbindung an die weiterführenden Grünräume im Umgriff. Eine nachbarschaftliche Achse für Fuß- & Radverkehr in Nord-Süd-Richtung bindet Gemeinschaftsorten für Kultur, Verwaltung & Bildung an und fungiert als Sprung der Quartiere über bzw. unter die Bahn. Die neue Ostumfahrung bildet in ihrer urbanen Struktur die stadträumlich übergeordnete Verknüpfungsachse mit gewerblichen Sockelzonen und angrenzenden Flächen für den ruhenden Verkehr in den Sockelzonen der Zeilen an der Bahntrasse. Die zentrale landschaftsräumliche Achse bietet in ihrem Verlauf durch das Quartier vielfältige Freiräume für Begegnung, diverse Aktivitäten bei gleichzeitig wichtiger ökologischer Funktion.

 

Bestandselemente wie Baumstrukturen, Gleisharfe und Lokschuppen sowie das bauliche Maß der angrenzenden Siedlungstypologien werden aufgegriffen und wirken raumbildend oder maßstabsgebend. Überbleibsel des ehemaligen Bahnareals wie Lokschuppen oder Gleise werden an manchen Stellen in die Freiflächenstruktur eingewebt, um dem Ursprungscharakter des Ortes Raum zu geben. Die neuen Quartierselemente docken an vorhandene Siedlungsstrukturen in zweiter Reihe an und erzeugen vertikale Dichte, welche die bestehenden Quartiersränder mancherorts bewusst überragen. Auf Gebäude wie Freiraumebenen wird eine intensive Nutzungsmischung forciert; diverse Nutzungscharaktere in vertikaler oder zeitlicher Staffelung schaffen eine sinnvolle Multicodierung der wertvollen Flächen.

Das Gebiet gliedert sich einerseits in Cluster mit Nutzungsschwerpunkten, gleichzeitig werden alle Nutzungsarten aber innerhalb der Blöcke miteinander konfliktfrei verwoben. Verschiedene Gebäudetypologien schaffen dabei Platz für variable Nutzungen. Die robuste Zeilenbebauung an der Bahntrasse steht neben ihrer lärmschützenden Wirkung für das Quartiersinnere exemplarisch für eine vertikale Nutzungsmischung, in der Parken, Arbeiten, Wohnen und Erholen gestaffelt werden. Mischgenutzte Gebäude prägen auch in ihrer teils größeren Geschossigkeit entlang der wichtigen Freiraumachsen die Höhenstruktur des Quartiers und betonen die Urbanität des Ortes. In der Verknüpfung von Bestandssiedlungen und neuen urbanen Strukturen entstehen eine Reihe besonderer Orte für ein integratives Miteinander diverser Nutzer*innen des neuen Quartiers am Güterbahnhof Köpenick.

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